Internationaler Infobrief Stellantis Nr. 31 – März 2026

Von der Konzernkoordinierung Stellantis in der IAC: Der internationale Aktionstag bei Stellantis am 24. März mobilisiert neue Kräfte. Wir hatten im Februar über den internationalen Aktionstag bei Stellantis informiert und einen Aufruf dazu veröffentlicht. Heute möchten wir über die erfolgreiche Entwicklung der Vorbereitung berichten.

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Es zeigt sich immer deutlicher, dass Stellantis einen massiven Angriff auf Arbeitsplätze, Löhne und Arbeitsbedingungen startet. Das betrifft nicht nur Europa. In den USA wurde die Erfolgsprämie für alle Beschäftigten gestrichen, ebenso in Italien. In Turin und Termoli gab es Proteste dagegen. Im Mack-Montagekomplex in Detroit / USA gab es ebenso Kurzarbeit wie in Cassino / Italien, wo im Januar nur vier Tage gearbeitet wurde. Hier zeigt sich auch, dass die veränderte Strategie von Stellantis keineswegs Arbeitsplätze schafft. In Cassino sollte im Jahr 2025 der Alfa Romeo Stelvio als Elektro-Auto starten. Das wurde wegen der veränderten Strategie verschoben, so dass die Kollegen kaum Arbeit haben. Für das Werk Termoli / Italien wird ein neues Getriebe angekündigt, aber trotzdem sollen fast 400 Arbeitsplätze vernichtet werden. In den USA ist die Kurzarbeit eine Folge der Entscheidung von Donald Trump, die Förderung von E-Autos zu streichen. Von wegen: „Der Markt will Verbrenner“ – das sind reaktionäre politische Entscheidungen! In Argentinien gibt es zwei Werke von Stellantis, die beide von Mitte Februar 2026 bis Anfang März dieses Jahres geschlossen waren, während die Beschäftigten weniger als 70 % ihres Lohns erhielten. Es besteht die Gefahr einer endgültigen Schließung.
Wir sehen auch, dass Arbeitsplätze zunehmend in Länder mit schlechteren Löhnen und Arbeitsbedingungen verlagert werden. Der neue große SUV von Fiat geht nach Kragujevac in Serbien. Und das Werk Kenitra in Marokko hat bereits 6.000 Beschäftigte und eine Kapazität von 535.000 Autos. Einzelne Werke werden ausgebaut, andere bluten aus. So bekommt Zaragoza / Spanien noch ein Modell B 10 von Leapmotor sowie das Batteriewerk, während das Werk Madrid / Spanien sowie auch Rüsselsheim / Deutschland keine Nachfolge-Modelle haben.
Bei alledem gibt es auch noch positive Meldungen bei Stellantis: Der gefeuerte Chef Carlos Tavares bekam im Jahr 2025 noch 12 Millionen Euro.
Wenn wir um Arbeitsplätze kämpfen, brauchen wir politische Rechte. In Italien plant die reaktionäre Regierung Meloni einen weiteren Abbau von demokratischen Rechten und Freiheiten. So soll die Polizei das Recht bekommen, Demonstranten schon vor geplanten Demonstration auf Verdacht festzusetzen, ohne richterliche Entscheidung. Mit einem Referendum am 22. und 23. März, also kurz vor unserem Aktionstag soll die Unabhängigkeit der Justiz eingeschränkt werden. In Indien und Argentinien haben die Regierungen reaktionäre Änderungen des Arbeitsrechts
beschlossen, wogegen es Massenkämpfe gibt.
Die aktuelle Entwicklung mit dem Angriff von USA und Israel auf den Iran fordert natürlich auch
uns Arbeiterinnen und Arbeiter heraus, gegen Kriegstreiber und Faschisten Front zu machen. Auch das gehört zu unserem Aktionstag. Als Grund für die akute Weltkriegsgefahr erweist sich, dass die Imperialisten im Interesse ihrer führenden Konzerne eine regelrechte Vernichtungsschlacht durchführen um Rohstoffe, Absatzmärkte und Machtsphären. Das wird auf dem Rücken der Arbeiterinnen und Arbeiter und der Massen ausgetragen. Unsere Jugend soll das Kanonenfutter stellen. Nicht mit uns!
Wie wird für den Aktionstag mobilisiert?
Der Sinn des Aktionstages besteht auch darin, dass möglichst viele Kollegen sich aktiv an der Vorbereitung und Durchführung beteiligen und so den Schritt machen, selbst Verantwortung zu übernehmen. So sammeln wir neue Kräfte für den konzernweiten Kampf. Bei mehreren Werken bereiten die Kollegen Kundgebungen oder Aktionen an den Toren bei Schichtwechsel vor (z.B. Eisenach/Deutschland, Poissy/Frankreich, Mirafiori/Italien). In Eisenach / Deutschland wird es z.B. ein Transparent mit unserer gemeinsamen Botschaft geben: Nein zu Werksschließungen und Entlassungen - kein Werk steht alleine! Für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich im Konzern! Die Kollegen werden eingeladen, diese Botschaft mit ihrer Unterschrift auf dem Transparent zu unterstützen. Es wird auch Musik und Verpflegung geben.
In Argentinien verbindet sich der Aktionstag am 24. März mit dem 50. Jahrestag des faschistischen Staatsstreichs, der die verfassungsmäßige Regierung von Isabel Perón stürzte und die blutigste Diktatur der Geschichte Argentiniens einführte, mit 30.000 verhafteten und verschwundenen Kämpfern. Und heute kämpfen die Menschen wieder gegen einen faschistischen Präsidenten.
Zur Vorbereitung des Aktionstags fand auch eine Reise der Konzernkoordinierung nach Italien statt, verbunden mit der Verteilung des Aufrufs zum Aktionstag bei Fiat in Mirafiori. Die Zeitung „Daily Struggle“ in den USA hat ein Interview mit Frank Hammer, Mancha und Fritz Hofmann zur Internationalen Automobilarbeiterkonferenz und zum Aktionstag veröffentlicht. Auch in Mexiko
wird der Aufruf im ganzen Land verbreitet.


Wie geht es nach dem Aktionstag weiter?
Wir schlagen vor, auch am 1. Mai mit unserer gemeinsamen Botschaft auf Transparenten und Plakaten überall in den Städten der Stellantis-Werke bei den Kundgebungen einheitlich aufzutreten.
Nehmt Schilder vom Aktionstag mit zu den Mai-Kundgebungen! Danach kommt der „Tag X“ am 21. Mai, wo Stellantis-Chef Filosa seine Pläne bekannt geben will. Auch das wird ein Anlass für Aktionen sein. Damit eine Aktion auf der anderen aufbaut, brauchen wir auch eure Erfahrungsberichte.


Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

 

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