Schlussresolution der 3. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz

24. November 2025: Die 3. Internationale Automobilarbeiterkonferenz hat vom 20. bis 24. November 2025 erfolgreich in Pune in Indien statt gefunden. Ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit Delegationen aus insgesamt 11 Ländern plus externe Delegierte aus 3 Ländern waren aktiv dabei.

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Die 3. Internationale Automobilarbeiterkonferenz stand ganz im Zeichen der erwachenden Arbeiterklasse weltweit. Die nepalesische Delegation sagte: „Diese Konferenz ist ein besonderer Moment im Kampf gegen den Imperialismus“. Sie war von einer großen Ernsthaftigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geprägt. Die Konferenz wurde von den Kolleginnen und Kollegen aus Indien, besonders der SEM und der TUCIi, sehr intensiv, engagiert und kompetent vorbereitet. Der brennende Wunsch nach internationaler Organisierung und Koordinierung der Arbeiterklasse kam deutlich zum Ausdruck. Großes Interesse bestand an den Lebens- und Arbeitsverhältnissen in den jeweiligen Ländern und wie wir die Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter abschaffen können.

Die Konferenz hatte ein umfassendes Programm:

In Konzernforen wurde vereinbart: Kein Kampf darf mehr alleine stehen. Neue Konzernsprecher wurden gewählt und gestärkt. Einer aus Nepal meinte: „Es ist jetzt klar, dass wir nicht mehr als Arbeiter getrennt in Fabriken oder Ländern kämpfen können. Aber wir müssen unsere Kämpfe über die Grenzen hinweg koordinieren.“.

Es gab eine breite Palette an Themenforen, zu Arbeiter- und Gewerkschaftsrechten, Jugend, Frauen, Gesundheitsschutz bis zum Sozialismus. Im Umweltforum berichteten Kollegen aus Indien, dass Arbeiter und Bauern eng verbunden sind. Für viele ist deshalb der Schutz der Natur ein Anliegen. Das Frauenforum organisierte eine Demonstration durch das Haus. Im Jugendforum wurde berichtet, dass in Indien viele Jugendliche ohne Ausbildung nur als Alternative sehen, zum Militär zu gehen oder in ihrer Heimat Bauer zu werden. Im Sozialismus-Forum wurde betont, dass zusammen gekämpft werden muss, trotz Differenzen, dass es nur einen echten wissenschaftlichen Sozialismus gebe.

Viele Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer demonstrierten in der Innenstadt von Pune gemeinsam mit vielen Arbeitern, die nach ihrer Schicht teil nahmen. Ein Redner aus den USA sagte: „Wir werden unsere Solidaritätskundgebung zwischen der internationalen Koordinierung der Automobilarbeiterkonferenz, dem indischen Volk und der indischen Arbeiterklasse nicht beenden, ohne unsere entschlossene Solidarität mit dem palästinensischen Volk zum Ausdruck zu bringen..

Die Delegierten trafen sich: Wir haben uns auf eine gemeinsame Resolution zum internationalen Kampf geeinigt. Wir haben zehn Mitglieder für die Internationale Koordinierungsgruppe (ICOG) aus insgesamt sechs Ländern gewählt.

Die Krise des Imperialismus verschärft die Widersprüche weltweit. Krieg und Elend wird sich dramatisch verschärfen.

Stellen wir uns auf harte Kämpfe ein. Nehmen wir Kurs auf ein neues Niveau der internationalen Zusammenarbeit und Solidarität, für weltweite gemeinsame Kämpfe und Streiks.

Ein Arbeiter von Skoda/VW aus Pune rief dazu auf: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir alle Arbeiter organisieren, vor allem die Leiharbeiter.“ Sie machen einen wachsenden Anteil in den Betrieben aus und sind besonders betroffen von Rechtlosigkeit und Entlassungen. Dazu ist es nötig, dass ökonomische und politische Forderungen eng verbunden sind. Die südafrikanische Delegation machte deutlich: „Es gibt „weltweit eine Welle von Faschismus und Rassismus“. Die Arbeiterklasse muss sich dazu positionieren und ihre führende Rolle einnehmen. Ein Delegierter aus Südafrika forderte dazu auf, eine engere Zusammenarbeit mit der United Front zu organisieren. Dass muss weiter beraten werden. Ein wichtiger Schritt ist die Solidarität mit Gaza, zu der eine eigene Resolution vom Abschlussplenum beschlossen wurde.

Die Konferenz positioniert sich klar gegen den Antikommunismus. Ein Kollege aus Indien berichtete, dass die Arbeiter mit dem Antikommunismus fertig werden müssen. Und es ist wichtig ist, ihr Bewusstsein höher zu entwickeln. Ein Delegierter aus Südafrika sagte, es ist wichtig, den Arbeitern bewusst zu machen, wogegen wir kämpfen, aber auch, wofür wir kämpfen - den Sozialismus.

Wichtige Auseinandersetzungen hatten wir um die Frage der „sozialen Transformation“. Reformen sind zur Verbesserung der Lage der Arbeiter weltweit notwendig. Die Verelendung nimmt zu. Jedes Recht ist hart erkämpft. Gleichzeitig dürfen wir keine Illusionen darin haben, dass die Regierungen oder Kapitalisten für uns sorgen. Die indische Regierung reagiert auf die erwachende Arbeiterklasse mit einer Verschärfung der Arbeitsgesetze. Die SEM und TUCI protestieren gegen die neuen Arbeitsgesetze der Modi-Regierung. Weitere Gewerkschaften organisieren für den 26. November einen großen Protesttag. Die Automobilarbeiterkonferenz erklärt ihre Solidarität mit dem Protest in Indien.

Bei einem kulturvollen Abendprogramm lernten sich die Arbeiterinnen und Arbeiter aus aller Welt näher kennen und verbrüderten sich. Fester Bestandteil ist die Selbstorganisation der Konferenz von der Übersetzung bis zur Spendensammlung.

Die Konferenz protestiert gegen verschiedene Einschränkungen. Bürokratische und repressive Visa-Bestimmungen behinderten die Teilnahme aus aller Welt. In vier Fällen wurden auch Visa verweigert, teils aus antikommunistischer Motivationii. Die zunehmende Überwachung und Unterdrückung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung war in Indien deutlich spürbar.

Lasst uns sofort beginnen an unseren Beschlüssen zu arbeiten! Nach der 3. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz ist vor der 4. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz!

Wir bauen den gegenseitigen Austausch weltweit aus!

Organisieren wir die internationale Arbeiterklasse!

Automobilarbeiterinnen und Automobilarbeiter stehen auf gegen Ausbeutung, Rechtsentwicklung und Faschismus, die Kriegsgefahr und Umweltzerstörung!

Kein Kampf darf mehr alleine stehen!

 

(einstimmig angenommen vom Abschlussplenum der 3. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Pune, Indien, am 24. November 2025)

 

i Shramik Ekta Mahasangh (SEM) und Trade Union Center of India (TUCI)

ii Gabi Fechtner (Parteivorsitzende der MLPD) wurde das Visum verweigert, aus antikommunistischen Gründen, Hatem Laoumi (Vertreter der ICOR) aus bürokratischen Gründen

 

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